CSR-Berichtspflicht verabschiedet

Ursprünglich sollte das „Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten“ (CSR-Gesetz) bereits Ende letzten Jahres verabschiedet werden. Die EU-Mitgliedsstaaten hätten die EU-Richtlinie 2014/95/EU (CSR-Richtlinie) bis zum 6. Dezember 2016 in nationales Recht umsetzen sollen, doch diese Frist lies der Bundestag verstreichen. Grund für die Verzögerung war neben einigen inhaltlichen Konkretisierungen vor allem Klärungsbedarf in Fragen der Insolvenzrechtsreform. Diese hat zwar formal nichts mit der CSR-Richtlinie zu tun, wurde aber im Paket mit verhandelt.

Jetzt aber ist es so weit. Am Mittwoch hat der Gesetzentwurf zur Umsetzung der CSR-Richtlinie den Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz mit einer Beschlussempfehlung passiert. Am gestrigen Donnerstag wurde nun im Bundestag über den Gesetzentwurf in 2. und 3. Lesung beraten, abgestimmt und das Gesetz verabschiedet.

Die Berichterstattung über Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung (CSR, CR) wird damit für rund 540 Unternehmen in Deutschland zur Pflicht in den Feldern Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Menschenrechte und Korruptionsbekämpfung. Betroffen sind Kreditunternehmen, Versicherungen und kapitalmarktorientierte Unternehmen mit jeweils mehr als 500 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von mehr als 20 Millionen € oder einem Umsatz über 40 Millionen €. Die CSR-Berichtspflicht tritt ab dem Geschäftsjahr 2017 in Kraft. Das heißt, dass betroffene Unternehmen 2018 alle relevanten Daten und Kennzahlen für das Jahr 2017 veröffentlichen müssen.

Einen Überblick zum aktuellen Stand und Antworten zur Umsetzung finden Sie hier. Einige strittige Fragen werden wohl erst durch die Umsetzungspraxis konkret geklärt.

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